EPHEMERIS

GESUNDHEITSFORUM

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Diabetes mellitus ist eine Sammelbezeichnung für Erkrankungen, die mit einer Erhöhung des Zuckerwertes, der sog. Glukose im Blut einhergehen. Die Höhe unseres Blutzuckers wird von verschiedenen Hormonen beeinflusst, die entweder zu einer Erhöhung oder Senkung des Blutzuckers führen. Zur Senkung des Blutzuckers benötigen wir das in unserer Bauchspeicheldrüse hergestellte Hormon Insulin.

Steigt der Blutzucker durch die Nahrungsaufnahme kommt es zur Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse ins Blut. Unter der Einwirkung von Insulin wird die Glukose dann in Muskel- und Fettzellen aufgenommen und verarbeitet, dadurch sinkt der Blutzucker wieder ab. 

Für die Entstehung eines Diabetes mellitus gibt es verschiedene Ursachen. Am häufigsten ist der Diabetes mellitus Typ 2, der umgangssprachlich auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet wird. Der Erkrankung liegen drei Faktoren zugrunde:

  1. Ein vermindertes Ansprechen der Zielzellen auf Insulin und damit eine langsamere Absenkung des Blutzuckerspiegels (Insulinresistenz)
  2. Eine Verminderung der Ausschüttung von Insulin aus den Zellen der Bauchspeicheldrüse (sekretorischer Defekt)
  3. Absterben der Insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse.   

Die Mehrzahl der Erkrankungen entwickelt sich auf dem Boden eines sog. „Wohlstandsyndrom“ (Metabolisches Syndrom). Aufgrund einer bestehenden Überernährung mit Übergewicht kommt es zur Insulinresistenz der Zellen von Skelettmuskulatur und Fettgewebe. Durch die Insulinresistenz bleibt der Blutzucker nach einer Mahlzeit länger erhöht und es wird immer mehr Insulin ausgeschüttet, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Die erhöhten Insulinspiegel führen wiederum zu einem erneuten Hungergefühl mit der Folge, dass das Körpergewicht weiter steigt. Hohe Insulinspiegel vermindern die Sensibilität und Dichte der Insulinrezeptoren und damit die Insulinwirkung.

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen ist es entscheident das Übergewicht durch eine gesunde Ernährung und sportliche Betätigung zu reduzieren. Mit sinkendem Körpergewicht sinkt auch der Insulinspiegel und es erhöht sich die Dichte und Sensibilität der Insulinrezeptoren.

Festgestellt wird die Erkrankung über eine Messung des Blutzuckers. Dabei unterscheidet man einen nüchtern gemessenen Blutzucker nach einer Periode von 8 Stunden ohne Nahrungsaufnahme und einen Gelegenheitsblutzucker ohne feste Beziehung zu den Mahlzeiten. Der Normwert für den Nüchternblutzucker ist ein Wert unter 100 mg/dl. Den Bereich zwischen 100 und 125 mg/dl bezeichnet man als abnorme Nüchternglukose. Ab einem Wert von 126 mg/dl besteht ein Diabetes mellitus. Ein "Gelegenheitsblutzucker" sollte unter 140 mg/dl liegen. Bei einem Wert zwischen 140 und 200 mg/dl besteht bereits eine gestörte Glukosetoleranz, ab 200 mg/dl besteht ein Diabetes mellitus.

Ein Langzeitverlaufsparameter für die Höhe des Blutzuckers über viele Wochen ist der ebenfalls im Blut bestimmte HbA1c Wert. Beim HbA1c handelt es sich um Hämoglobin, unseren roten Blutfarbstoff, an den Glukose gebunden ist. Der Anteil des HbA1c am Gesamthämoglobin in Prozent gibt Auskunft über die Blutzuckerwerte der letzten 4-12 Wochen. Der Wert sollte unter 6,5% liegen.

Wenn bei Ihnen ein Diabes mellitus Typ 2 festgestellt wurde haben sie hier die Möglichkeit ein Patiententagbuch zu führen, in das sie Blutzucker, Körpergewicht und HbA1c eintragen können.