EPHEMERIS

GESUNDHEITSFORUM

Wohlstandssyndrom (Metabolisches Syndrom)

Als metabolisches Syndrom bezeichnet man das Zusammentreffen von Übergewicht, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und erhöhten Blutfetten.

Folge des metabolischen Syndroms ist ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkte und Schlaganfälle, aber auch für Krebserkrankungen.

Das metabolische Syndrom entsteht durch die übermäßige Zufuhr energiereicher Nahrung bei gleichzeitig geringer körperlicher Aktivität. Dieser in den westlichen Industrienationen verbreitete Lebensstil mit überwiegend sitzender Tätigkeit und fehlender Bewegung in der Freizeit begünstigt die gesundheitlich bedenkliche Entwicklung des „Wohlstandssyndroms“.

Am Anfang der Entwicklung steht die Überversorgung mit schnell aufnehmbaren Kohlenhydraten und Fetten. Es kommt zu einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegen Insulin mit erhöhten Blutzuckerwerten im Blut. Die erhöhten Blutzuckerwerte führen zu einer vermehrten Insulinausschüttung, die im Körper verschiedene ungünstige Mechanismen in Bewegung setzt. Es kommt zu vermehrtem Hunger, was wiederum die Nahrungsaufnahme erhöht und dadurch das Übergewicht, besonders durch eine Zunahme des Bauchumfangs, fördert. Außerdem kommt es zu Störungen im Bereich der Regulation von Blutgefäßen, was die Bildung der Arteriosklerose (Arterienverkalkung) fördert. An der Niere führt Insulin zur Rückgewinnung von Natrium, was zu erhöhten Blutdruckwerten führt und in der Leber werden unter dem Einfluss von Insulin vermehrt Fette gebildet, wodurch die Fettstoffwechselstörung entsteht. Außerdem wird die Entstehung des Diabetes mellitus Typ II vorangetrieben.

Die Therapie des metabolischen Syndroms muss immer eine Umstellung der Ernährung sowie eine vermehrte körperliche Aktivität beinhalten. Insgesamt muss die Kalorienzufuhr begrenzt und der Verzehr von Obst und Gemüse gefördert werden. Schnell aufnehmbare Kohlenhydrate wie Zucker sollten vermieden werden. Fette sollten nur in Maßen und mit dem Schwerpunkt auf die mehrfachungesättigten Fetten aus pflanzlichen Produkten verzehrt werden.

Eine vermehrte körperliche Aktivität sollte in den Alltag integriert werden und eine regelmäßige sportliche Betätigung durchgeführt werden. Alle diese Maßnahmen müssen lebenslang durchgeführt werden, um eine echte Lebensstiländerung zu erreichen.

Begleitend ist eine Verhaltens-, oder Gruppentherapie sinnvoll, um die Gewichtsreduktion dauerhaft zu halten.

Wenn Sie an einem metabolischen Syndrom leiden, steht Ihnen hier ein Patiententagebuch zur Verfügung, in das Sie die relevanten Werte wie Körpergewicht, Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin eintragen können.